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Juggle the modern dating circus – Part 5

Wir vergleichen und bewerten. Ständig, immer und überall. Also auch beim Dating: sozialer Status, Erscheinungsbild, Verhaltensweisen sowie Einstellungen und Meinungen. Idealerweise findet man so heraus, ob der Datingpartner zu einem selbst passt. Doch ab wann werden beim Dating Vergleiche und Bewertungen zum Risiko für die Liebe?

Vergleichsdating

Vergleiche helfen uns. Durch sie analysieren wir binnen Sekunden Sachverhalte hinsichtlich Ähnlichkeiten oder Unterschiede, um sie dann in Beziehung setzen zu können. Vergleiche sind also gewissermaßen ambivalent: sie differenzieren und verbinden gleichzeitig. Helfen demnach auch beim modernen Dating: Welche Gemeinsamkeiten könnten zusammenschweißen? Gibt es ähnliche Einstellungen, gemeinsame Zukunftsperspektiven – kurz gesagt stimmen die Vibes, damit sich aus einem anfänglichen Flirt mehr entwickeln könnte? Während des klassischen Kennenlernens passieren solche Vergleiche und Bewertungen meist unterbewusst.

Vergleichsdating hingegen ist ein toxisches Datingphänomen. Hier wird der Datingpartner bewusst immer wieder mit den letzten Partnern, Wunschvorstellungen und persönlichen Checklisten verglichen, sogar der Gegenüber mittels einer Skala hinsichtlich des Matchings mit den jeweiligen Idealvorstellungen bewertet und eingeordnet. Eine 8 von 10 ist nicht schlecht, aber eine 10 von 10 wäre besser und dann gibt es noch die 12 von 10 – ein Ideal, das es anzustreben gilt. Schließlich verdient man nur Perfektion, oder?

Schon erlebt?

Ob bewusst oder unbewusst, jeder von uns wurde sicherlich schon einmal von einem Datingpartner kritisch mit den eigenen Wunschvorstellungen verglichen. Genau wie wir selbst sicherlich auch schon kritisch geprüft haben, ob die Eigenschaften des Gegenübers wirklich zu den Eigenen passen. Also ich hab es schon getan und anhand dessen mir oft eingestehen müssen, dass es mit dem ein oder anderen Datingpartner definitiv keine Zukunft für mich geben wird. Aber dies ist kein toxisches Vergleichsdating. Toxische Vergleiche aufgrund der eigenen Erfahrungen und Idealvorstellungen, die dem Gegenüber gar keine Chance lassen, habe ich nie gemacht.

Warum Vergleichsdating?

Toxisches Vergleichsdating ist quasi die Suche nach der eigenen Perfektion in einem Anderen. Vielleicht um sich selbst aufzuwerten. Vielleicht, weil man selbst noch gar nicht bereit für eine Partnerschaft ist. Vielleicht, weil man gesellschaftlichen Druck verspürt.

Ich sag dazu nur:

Perfektion gibt es nicht und ist auch langweilig. Lerne Menschen kennen und schaue, ob sie zu dir  und deiner eigenen Unperfektheit passen. Bewerte nicht anhand von vergangenen Partnern, Erfahrungen und Wunschvorstellungen. Das trübt nur ein unbeschwertes Kennenlernen. Und stell dir vor, vielleicht bist du für deinen aktuellen Datingpartner ebenfalls „nur“ eine 8 von 10. Willst du selbst so kategorisiert werden? Ich denke nicht.

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